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Bette Davis
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Ruth Elizabeth âBetteâ Davis (* 5. April 1908 in Lowell, Massachusetts, Vereinigte Staaten; â 6. Oktober 1989 in Neuilly-sur-Seine, Frankreich) war eine US-amerikanische BĂźhnen- und Filmschauspielerin.
Bette Davis begann ihre Karriere am Theater, bevor sie 1930 nach Hollywood zog und bis 1989 in Ăźber einhundert Filmen mitspielte. Bekannt war sie vor allem fĂźr die Darstellung komplexer Charaktere. Auf dem HĂśhepunkt ihrer Karriere spielte Davis Ăźberwiegend in Filmdramen mit, deren Handlung sich zumeist um das tragische Schicksal der weiblichen Hauptfigur dreht. Sie war jedoch auch in Historienfilmen und in der Spätphase ihrer Karriere in Filmproduktionen, deren starke Grand-Guignol-Elemente mitunter die Grenze zum Horrorfilm streiften, zu sehen. Davisâ Markenzeichen waren ihre groĂen ausdrucksstarken Augen, ihre direkte Art und ihre allgegenwärtigen Zigaretten.
Bette Davis gewann zweimal den Oscar als beste Hauptdarstellerin und wurde acht weitere Male fßr den Preis in dieser Kategorie nominiert. Sie kämpfte stets mit Vehemenz gegen die Restriktionen des Studiosystems und um gute Rollen und mehr Mitspracherechte bei der Auswahl der Filmrollen. 1936 verklagte sie, wenn auch vergeblich, in einem aufsehenerregenden Prozess ihr Filmstudio Warner Brothers. Als erste Frau stand Bette Davis der Academy of Motion Picture Arts and Sciences als Präsidentin vor. Während des Zweiten Weltkriegs grßndete sie mit anderen Schauspielern die Hollywood Canteen.
Als erste Filmschauspielerin wurde Bette Davis 1977 mit dem Lifetime Achievement Award des American Film Institutes (AFI) geehrt. Bei einer Umfrage des AFI aus dem Jahr 1999 wurde sie auf Platz zwei der grĂśĂten amerikanischen weiblichen Filmstars gewählt. Sie war trotz diverser Krankheiten bis zu ihrem Tod eine Person des Ăśffentlichen Lebens und trat aufgrund ihrer Beliebtheit beim Publikum häufig in amerikanischen Talkshows auf.
1983 schrieb Davisâ Tochter B. D. Hyman in dem stark umstrittenen EnthĂźllungsbuch My Motherâs Keeper Ăźber ihre negativen Kindheitserinnerungen.
Contents
⢠Leben und Werk
⢠Rollenwahl
⢠Ausdrucksmittel
⢠Filmografie
⢠Kinofilme
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Leben und Werk
Kindheit und frĂźhe Karriere
Ruth Elizabeth Davis wurde in Lowell, Massachusetts, als Tochter von Ruth (âRuthieâ) Favor und dem Rechtsanwalt Harlow Morrell Davis geboren. Ihre Schwester Barbara (âBobbyâ) wurde am 25. Oktober 1909 geboren. Die Familie war protestantischer Konfession und hatte englische, franzĂśsische und walisische Wurzeln.cite-ref-1[1] 1915 trennten sich Davisâ Eltern.cite-ref-2[2] Im selben Jahr begann fĂźr die beiden Kinder die Schule an der Crestalban School in Lanesborough, Massachusetts.
Im Jahr 1921 zog Ruth Favor mit ihren TĂśchtern nach New York, wo sie als professionelle Porträtfotografin arbeitete, um die Familie zu ernähren.cite-ref-3[3] Zu dieser Zeit äuĂerte Davis zum ersten Mal den Wunsch, Schauspielerin zu werden. Inspiriert wurde sie vor allem durch Rudolph Valentino in Die vier Reiter der Apokalypse (1921) und Mary Pickford in Little Lord Fauntleroy (1921), auch änderte sie ihren Namen in âBetteâ in Anlehnung an HonorĂŠ de Balzacs La Cousine Bette.cite-ref-4[4]cite-ref-5[5] 1924 schickte Ruth Favor Davis ihre TĂśchter an das Northfield Seminary for Young Ladies, ein konfessionelles Mädchenpensionat. Ein Semester später wechselten die Mädchen an die Cushing Academy, eine Internatsschule in Ashburnham in Massachusetts.cite-ref-6[6]
1926 sah Davis am Repertory Theatre in Boston eine Theaterproduktion von Henrik Ibsens Die Wildente mit Peg Entwistle in der Hauptrolle. Jahre danach sagte sie Ăźber die AuffĂźhrung: âVor der Vorstellung wollte ich Schauspielerin werden. Danach musste ich Schauspielerin werden ⌠genau wie Peg Entwistle.âcite-ref-7[7] Davis nahm an einem Vorsprechen fĂźr die Aufnahme in Eva Le Galliennes Manhattan Civic Repertory teil. Le Gallienne befand jedoch, dass Davisâ Einstellung zum Theater nicht ernsthaft genug sei, und lehnte die Aufnahme ab.cite-ref-8[8] Später wurde Davis, auch durch den Einsatz ihrer Mutter, an der John Murray Anderson School of Theatre angenommen. So durfte sie die Schule zunächst ohne Bezahlung besuchen, unter dem Versprechen, das Geld zu einem späteren Zeitpunkt zurĂźckzuzahlen. Davis erhielt an der Schule unter anderem Tanzunterricht von Martha Graham.cite-ref-9[9]
Später verlieà Davis die Murray Anderson School vorzeitig, obwohl sie ein Stipendium fßr das Studium erhalten hatte, um am Provincetown Playhouse fßr den Regisseur James Light zu arbeiten.cite-ref-10[10] Die Inszenierung wurde allerdings immer wieder verschoben, und sie musste sich vorßbergehend nach einem neuen Engagement umsehen. Sie sprach fßr George Cukors Repertoire-Theatergesellschaft vor. Obwohl er nicht begeistert war, gab er Davis ihre erste bezahlte Theaterrolle als Revuetänzerin in dem Stßck Broadway. Kurze Zeit darauf verletzte sich die weibliche Hauptdarstellerin Rose Lerner bei einer Auffßhrung, und Davis durfte den Part ßbernehmen.cite-ref-11[11]
Cukor und Davis hatten während ihrer Zusammenarbeit ein angespanntes Verhältnis. Seine Kritik und Ratschläge bezĂźglich ihrer Arbeit lieĂ Davis selten unkommentiert. SchlieĂlich feuerte er sie.cite-ref-12[12] Nach dem darauffolgenden Sommer begannen die Arbeiten am Provincetown Playhouse Theatre in New York fĂźr das StĂźck The Earth Between von Eugene OâNeill.cite-ref-13[13] Gegen Ende der Spielzeit wurde Bette Davis ausgewählt, die Hedwig in Ibsens Die Wildente zu spielen.cite-ref-14[14] Die Washington Post lobte sie fĂźr ihre âexzellenteâ Darstellung und widmete ihr als Theater-âNeuentdeckungâ ein kurzes Porträt.cite-ref-15[15] AnschlieĂend an ihr Engagement dort gab Davis 1929 ihr Broadway-DebĂźt als rebellische Tochter von Donald Meek in der KomĂśdie Broken Dishes, gefolgt von der Satire Solid South.cite-ref-16[16] Während einer AuffĂźhrung war ein Talentsucher der Universal Studios anwesend und lud sie zu Probeaufnahmen fĂźr die geplante Verfilmung des BĂźhnenstĂźcks Strictly Dishonorable nach Hollywood ein.cite-ref-17[17]
Von der BĂźhne zum Film 1931
Davis erhielt die Rolle in Strictly Dishonorable (1931) nicht und konnte sich auch fĂźr den Film A House Divided (1931) nicht empfehlen.cite-ref-chandler-2008-18-0[18] Sie wurde jedoch zum Testen weiterer Bewerber eingesetzt. In einem 1971 gefĂźhrten Interview mit Dick Cavett erinnerte sie sich: âIch war die [âŚ] schamhafteste Jungfrau, die jemals auf der Erde lebte. Sie legten mich auf eine Couch und ich testete fĂźnfzehn Männer [âŚ] Sie mussten sich alle auf mich legen und mir einen leidenschaftlichen Kuss geben. Oh, ich dachte, ich muss sterben.âcite-ref-19[19]
Ihr FilmdebĂźt gab Davis schlieĂlich in dem Remake The Bad Sister (1931), das keinen groĂen Erfolg hatte. Carl Laemmle, der damalige Chef der Universal Studios, wollte ihren Vertrag daraufhin nicht verlängern, doch der Kameramann Karl Freund bescheinigte ihm, dass Davis âreizende Augenâ habe, und so erhielt sie doch noch eine Vertragsverlängerung.cite-ref-20[20] Doch Davisâ nächste Rolle in Meine Kinder â mein GlĂźck (1931) war zu klein, um damit Aufmerksamkeit zu erregen, und auch kleine Nebenrollen in Waterloo Bridge (1931) und Way Back Home (1932) verhalfen ihr nicht zum Durchbruch im Filmgeschäft. AnschlieĂend arbeitete sie im Rahmen eines Loan-Outs bei Columbia Pictures fĂźr den Film The Menace (1932) und bei Capital Films fĂźr Hellâs House (1932).
Nach neun Monaten und sechs eher wenig erfolgreichen Filmen entschied Laemmle, ihren Vertrag nicht zu verlängern. Davisâ Hollywood-Karriere schien beendet, doch der einflussreiche Schauspieler George Arliss wählte sie fĂźr die weibliche Hauptrolle in The Man Who Played God (1932) aus. Der Film brachte Davis ihre erste ernstzunehmende Anerkennung in Hollywood ein. Die Saturday Evening Post schrieb Ăźber ihren Auftritt, sie sei nicht nur schĂśn, sondern sprudele fĂśrmlich vor Anmut, und verglich sie mit Constance Bennett und Olive Borden.cite-ref-21[21] Die Warner-Brothers-Studios gaben ihr anschlieĂend einen Vertrag mit einer Laufzeit von 26 Wochen mit der Option auf eine Verlängerung auf fĂźnf Jahre.cite-ref-22[22] 1932 heiratete Davis in erster Ehe den Bandleader Harmon Nelson.
Durch ein erneutes Loan-Out erhielt Davis 1934 die MĂśglichkeit, die Rolle der Antiheldin Mildred Rogers in der RKO-Radio-Produktion Of Human Bondage zu Ăźbernehmen. Mildred, eine Kellnerin aus der Unterschicht, nutzt ihren verkrĂźppelten Liebhaber, gespielt von Leslie Howard, finanziell und sexuell aus und verlässt ihn mehrfach wegen anderer Männer. Das Studio hatte Schwierigkeiten, eine geeignete Schauspielerin fĂźr die Rolle zu finden, nachdem unter anderem die vorgesehene Ann Harding die Mitwirkung verweigert hatte.cite-ref-23[23] Davis bekam die Rolle und schaffte es, den Regisseur zu Ăźberzeugen, sie den Charakter mĂśglichst realistisch spielen zu lassen. Am Ende erhielt sie teilweise hymnische Kritiken. So urteilte das Magazin Life: âWahrscheinlich die beste Darstellung, die jemals von einer US-Schauspielerin auf der Leinwand gezeigt wurde.âcite-ref-24[24] Davis erwartete, dass die positiven Rezensionen Warner Brothers ermutigen wĂźrden, ihr bessere Rollen anzubieten. Die Hoffnung zerschlug sich jedoch, und Jack Warner weigerte sich unter anderem, sie fĂźr den Film Es geschah in einer Nacht (1934) auszuleihen. FĂźr Bette Davis waren weiterhin nur Rollen in kostengĂźnstig produzierten Standardfilmen wie Housewife oder Nebenrollen neben etablierten männlichen Stars wie Paul Muni in Stadt an der Grenze vorgesehen.cite-ref-25[25]
Als Davis fĂźr ihre Leistung in Of Human Bondage nicht fĂźr den Oscar nominiert wurde, lĂśste dies breite Proteste aus. Aufgrund des Aufruhrs im Vorfeld der Verleihung konnte zum einzigen Mal in der Geschichte des Academy Awards ein Kandidat gewählt werden, der ursprĂźnglich nicht offiziell nominiert war.cite-ref-26[26] Am Ende gewann Claudette Colbert den Preis fĂźr Es geschah in einer Nacht. Nach der Preisverleihung wurde eine Ănderung des Abstimmungsverfahrens festgelegt. Die Nominierungen werden seitdem nicht mehr durch ein kleines Komitee festgelegt, sondern durch alle in Frage kommenden Vertreter der Branche ausgewählt.
1935 spielte Davis im Film Dangerous eine gescheiterte Schauspielerin und erhielt wieder sehr gute Rezensionen. Die New York Times bezeichnete sie sogar als âeine unserer interessantesten Filmschauspielerinnenâ.cite-ref-27[27] FĂźr ihre Darstellung gewann Davis den Academy Award als beste Hauptdarstellerin, sie kommentierte dies aber als eine verspätete Anerkennung fĂźr ihre Leistung in Of Human Bondage.cite-ref-28[28] Seit dieser Zeit gab sie stets an, sie habe dem Academy Award den Spitznamen âOscarâ gegeben. Die Statue sehe ihrer Meinung nach genauso aus wie ihr Ehemann, dessen zweiter Vorname Oscar lautete. Diese Behauptung wies die Academy of Motion Picture Arts and Sciences wiederholt zurĂźck.cite-ref-29[29]
Zu den wenigen anspruchsvollen Filmen dieser Zeit gehĂśrte die Rolle einer idealistischen Kellnerin in Der versteinerte Wald, der Filmadaption des gleichnamigen TheaterstĂźcks von Robert E. Sherwood. Davis gab an der Seite von Leslie Howard eine hochgelobte Darstellung. Den grĂśĂten Eindruck hinterlieĂ jedoch Humphrey Bogart als Gangster ohne Moralvorstellungen. Bette Davis war zunehmend frustriert Ăźber die geringe Qualität der angebotenen Rollen. Nachdem ihre nachfolgenden Filme The Golden Arrow und Der Satan und die Lady weder einen finanziellen noch einen kĂźnstlerischen Erfolg darstellten, entschloss sie sich zu einem weitreichenden Schritt, um ihrer Karriere eine neue Richtung zu geben.cite-ref-30[30]
Rechtsstreit mit Warner Brothers
Davis war davon Ăźberzeugt, dass ihre Karriere durch eine Aufeinanderfolge mittelmäĂiger Filme zerstĂśrt werde. Daher akzeptierte sie 1936 ein Angebot, in zwei Filmen des britischen Filmemachers Ludovico Toeplitz mitzuwirken, obwohl sie wusste, dass sie damit gegen ihren mit Warner Brothers geschlossenen Studiovertrag verstieĂ. Jack Warner stoppte ihr Mitwirken per einstweiliger VerfĂźgung. AnschlieĂend versuchte das Studio, die Angelegenheit auĂergerichtlich zu klären, doch das Vorhaben scheiterte an Davisâ Weigerung.cite-ref-31[31] Die Gerichtsverhandlung begann am 14. Oktober 1936 in London.
Davisâ wesentliche Anklagepunkte waren, dass ihr kein Mitspracherecht bei der Auswahl und Umsetzung ihrer Rollen gewährt wurde und sie zu viele Filme in kurzer Zeit drehen musste. Sie kritisierte ferner die schlechten Arbeitsbedingungen bei Warner Brothers, so wurden Arbeitszeiten nicht eingehalten und mussten die kostengĂźnstig produzierten Filme zum Teil parallel und in kĂźrzester Zeit gedreht werden. Des Weiteren beanstandete Davis die Tatsache, dass bei einer Suspendierung eine automatische Verlängerung des Vertrags um den Zeitraum der Freistellung erfolgte. AuĂerdem durfte sie ohne Genehmigung des Studios keine Auftritte in der Ăffentlichkeit wahrnehmen und besaĂ nicht das Recht, vom Studio vorgeschriebene Termine abzusagen.cite-ref-32[32]cite-ref-33[33] Bei Prozessbeginn verlas der Warner Brothers vertretende Rechtsanwalt in seinem ErĂśffnungsplädoyer, das Gericht mĂźsse zu der Schlussfolgerung kommen, dass es sich bei Davis um eine ungehorsame junge Frau handle, die lediglich mehr Geld begehre. Von der britischen Presse erhielt Davis, die nach einer Aussage des Anwalts von Warner Brothers ein Wochengehalt von 1.350 US-Dollar bezog, kaum UnterstĂźtzung. Sie porträtierte sie als Ăźberbezahlte und undankbare Schauspielerin.cite-ref-34[34] Der zuständige Richter am High Court of Justice sprach das Urteil letztlich zugunsten von Warner. Davis kehrte anschlieĂend, durch die Gerichtskosten hoch verschuldet, nach Hollywood zurĂźck, um ihre Karriere wieder aufzunehmen.cite-ref-35[35]
Erfolg mit Warner Brothers ab 1937
Davis nahm ihre Arbeit mit dem Film Mord im Nachtclub wieder auf, der 1937 in den Verleih kam. In dem Gangsterdrama, das durch die Geschichte von Lucky Luciano inspiriert war, verkĂśrperte sie eine Prostituierte, die sich aktiv fĂźr die Zerschlagung eines Kriminellenrings einsetzt. Der Film bekam aufgrund seiner offenen Darstellung von Prostitution und organisiertem Verbrechen erhebliche Probleme mit der ZensurbehĂśrde. Bette Davis wurde fĂźr ihre Darstellung von den Kritikern erneut sehr gelobt.cite-ref-36[36] Nachdem der bisherige weibliche Topstar des Studios, Kay Francis, nach einem erbitterten Rechtsstreit keine guten Rollen mehr bekam, gingen viele ursprĂźnglich fĂźr Francis vorgesehene Projekte jetzt an Bette Davis, wie Drei Schwestern aus Montana oder Opfer einer groĂen Liebe.cite-ref-37[37]
Während der Dreharbeiten zum Filmdrama Jezebel â Die boshafte Lady (1938) begann Davis eine Affäre mit dem Regisseur William Wyler. Später beschrieb sie ihn mehrfach als die Liebe ihres Lebens.cite-ref-38[38] Der Film war sehr erfolgreich, und die Darstellung einer verwĂśhnten SĂźdstaatenschĂśnheit brachte Davis ihren zweiten Academy Award ein. Der Presse lieĂ dies Raum fĂźr Spekulationen, dass sie mĂśglicherweise fĂźr die Rolle der Scarlett OâHara in der Verfilmung von Vom Winde verweht vorgesehen sei. Der Produzent David O. Selznick wollte jedoch eine weniger bekannte Schauspielerin verpflichten und gab Vivien Leigh den Vorzug.cite-ref-39[39]
Jezebel markierte den Beginn von Davisâ erfolgreichster Karrierephase. In den folgenden Jahren war sie mehrfach auf der Quigley-Liste der zehn kommerziell erfolgreichsten Stars der Vereinigten Staaten vertreten. Der geringe Erfolg ihres Ehemanns hingegen fĂźhrte zu einer Ehekrise. Als er 1938 die Gewissheit erhielt, dass seine Frau ihn mehrfach betrogen hatte, lieĂ er sich scheiden.cite-ref-40[40] Davis war dementsprechend während ihres nächsten Films Opfer einer groĂen Liebe, der Anfang 1939 in den Verleih kam und das Schicksal einer Frau erzählt, die nur noch ein Jahr zu leben hat und noch ein paar glĂźckliche Tage erlebt, emotional sehr aufgewĂźhlt und Ăźberlegte auszusteigen. Der Produzent Hal B. Wallis konnte sie schlieĂlich Ăźberzeugen, ihre Verzweiflung auf ihr Spiel vor der Kamera zu lenken. Der Film war eine der erfolgreichsten Produktionen des Jahres, und Davis erhielt eine weitere Academy-Award-Nominierung. Den Preis gewann jedoch Vivien Leigh fĂźr die Rolle der Scarlett OâHara. In späteren Jahren bekannte Davis, dass sie in Opfer einer groĂen Liebe ihre Lieblingsrolle gespielt habe.cite-ref-41[41]
Im Verlauf des Jahres 1939 trat Bette Davis noch in drei weiteren kommerziell erfolgreichen Filmen auf. In Die alte Jungfer spielte sie an der Seite von Miriam Hopkins eine junge Frau, die ihr Kind von ihrer Cousine aufziehen lassen muss. Der Historienfilm Juarez präsentierte sie als die tragische Charlotte von Belgien. In ihrem ersten Farbfilm GĂźnstling einer KĂśnigin war sie als Elisabeth I. neben Errol Flynn zu sehen. Der Film HĂślle, wo ist dein Sieg (1940) wurde zu ihrem bis dahin finanziell erfolgreichsten Film, während Das Geheimnis von Malampur (1940) vom Fachmagazin The Hollywood Reporter als einer der besten Filme des Jahres bezeichnet wurde.cite-ref-42[42] Privat lernte Davis den aus Neuengland stammenden Gastwirt Arthur âFarneyâ Farnsworth kennen. Die beiden heirateten am 31. Dezember 1940.cite-ref-43[43]
Im Januar 1941 wurde Davis die erste weibliche Vorsitzende der Academy of Motion Picture Arts and Sciences. Sie verärgerte die Komiteemitglieder jedoch durch ihr forsches Auftreten und ihre radikalen Ănderungsvorschläge. Bereits nach wenigen Monaten trat sie resigniert von ihrem Amt zurĂźck. Ihr Nachfolger Jean Hersholt erwies sich als durchsetzungsstärker und setzte viele Ideen, die sie während ihrer Amtszeit angeregt hatte, in die Tat um.cite-ref-44[44] Zu dieser Zeit war Davis der erfolgreichste weibliche Star von Warner Brothers und hatte ein Erstzugriffsrecht auf alle Hauptrollen. 1941 nahm Davis das Angebot des Produzenten Samuel Goldwyn an, im Rahmen eines Loan-Out in der William-Wyler-Verfilmung von Lillian Hellmans StĂźck Die kleinen FĂźchse mitzuspielen. Davis erhielt fĂźr ihre Darstellung einer skrupellosen Ehefrau eine weitere Nominierung fĂźr den Academy Award, verlor jedoch gegen Joan Fontaine in Verdacht.
Zweiter Weltkrieg
Nach dem Angriff auf Pearl Harbor verbrachte Davis die ersten Monate des Jahres 1942 damit, Kriegsanleihen zu verkaufen. Innerhalb von zwei Tagen verkaufte sie Anleihen im Wert von zwei Millionen US-Dollar, ebenso ein Bild von sich selbst aus Jezebel fĂźr 250.000 US-Dollar.cite-ref-45[45] Davis versuchte sich zu Kriegszeiten vielfältig zu engagieren. So trat sie unter anderem als einziges weiĂes Ensemblemitglied in einer Schauspielgruppe neben Hattie McDaniel, Lena Horne und Ethel Waters auf, um die afro-amerikanischen Soldaten der US-amerikanischen Armee zu unterhalten.cite-ref-46[46] Auf John Garfields Vorschlag hin, in Hollywood einen Soldatenclub zu erĂśffnen, baute Davis mit Hilfe von Kollegen einen alten Nachtclub in die Hollywood Canteen um. Hollywoods grĂśĂte Stars traten dort auf, um die amerikanischen Soldaten zu unterhalten.cite-ref-47[47] Später sagte sie Ăźber ihr Engagement: âEs gibt nur ein paar Leistungen in meinem Leben, auf die ich aufrichtig stolz bin. Die Hollywood Canteen ist eine davon.âcite-ref-48[48]
Einen ihrer grĂśĂten finanziellen und kĂźnstlerischen Erfolge hatte Bette Davis mit Reise aus der Vergangenheit aus dem Jahr 1942. Warner Brothers hatten fĂźr die Rolle der unterdrĂźckten Tochter aus bester Familie, die durch die Liebe zu einem verheirateten Mann ein neues Leben beginnt, ursprĂźnglich die ohne festen Studiovertrag arbeitende Schauspielerin Irene Dunne vorgesehen. Doch Davis Ăźberzeugte Jack Warner letztlich davon, ihr die Rolle zu geben.cite-ref-49[49] Zum fĂźnften Mal hintereinander wurde Davis fĂźr ihre Leistung fĂźr den Oscar nominiert, verlor aber gegen Greer Garson in Mrs. Miniver.
Auf eigenen Wunsch spielte Bette Davis 1943 die Ehefrau von Paul Lukas in Die Wacht am Rhein, der Verfilmung eines PropagandastĂźcks von Lillian Hellman, in dem sie sehr deutlich auf die schwierigen Verhältnisse im zeitgenĂśssischen Deutschland hinweist. Der Drehbuchautor Dashiell Hammett erweiterte den im StĂźck lediglich als Nebenrolle angelegten Part der Ehefrau, doch war die Schauspielerin am Ende trotzdem unzufrieden mit dem Ergebnis und die Dreharbeiten verliefen wenig erfreulich.cite-ref-50[50] Daneben war Davis auch in zwei zeitgenĂśssischen Revuefilmen zu sehen, deren ErlĂśse fĂźr karitative Zwecke verwandt wurden. In Thank Your Lucky Stars aus dem Jahr 1943 singt und tanzt Davis während ihrer Solonummer Theyâre Either Too Young or Too Old. Die Schauspielerin besingt darin den Männermangel in der Gesellschaft, da die wehrfähigen Männer im Zuge des Zweiten Weltkriegs eingezogen wurden.cite-ref-51[51] In Hollywood Canteen trat Bette Davis ebenfalls als sie selbst auf und erklärte im Verlauf der Handlung die Aufgabe der von ihr mitgegrĂźndeten Einrichtung im Rahmen der Truppenbetreuung.
Nachdem es unter anderem Norma Shearer und Margaret Sullavan ablehnten, neben Bette Davis lediglich die zweite weibliche Hauptrolle zu spielen, kam es bei In Freundschaft verbunden zu einem erneuten Aufeinandertreffen von Davis und Miriam Hopkins. Das Melodrama erzählt die spannungsreiche Freundschaft zweier Frauen, die einer harten Probe unterworfen wird, nachdem eine von beiden zur erfolgreichen Buchautorin wird und auch noch Konflikte um die Liebe eines Mannes aufkommen. Die tatsächliche Rivalität zwischen Davis und Hopkins war so stark, dass der ursprßnglich verpflichtete Regisseur Edmund Goulding nach Beginn der Dreharbeiten auf eigenen Wunsch ausschied und Vincent Sherman die Produktion zu Ende brachte.cite-ref-52[52]
Am 23. August 1943 brach Davisâ zweiter Ehemann, Arthur Farnsworth, auf offener StraĂe zusammen und starb zwei Tage später im Krankenhaus.cite-ref-53[53] Davis wurde daraufhin angeboten, den Drehstart fĂźr ihren nächsten Film Das Leben der Mrs. Skeffington (1943) zu verschieben, doch sie bat lediglich um eine Woche Aufschub. Während der Dreharbeiten waren ihre Launen nicht vorhersehbar und sie lag in einem ständigen Disput mit dem Regisseur Vincent Sherman und dem Texter Julius J. Epstein.cite-ref-54[54] So erhielt sie fĂźr ihr exzentrisch Ăźberzogenes Auftreten in dem Film sehr gemischte Kritiken, allerdings auch eine weitere Academy-Award-Nominierung.
Langsam nachlassender Erfolg ab 1945
Ab Mitte der Dekade bekam Bette Davis zunehmend Konkurrenz um gute Rollen durch andere Schauspielerinnen, nachdem das Studio neben Joan Crawford auch mit Barbara Stanwyck und Rosalind Russell Verträge Ăźber eine bestimmte Anzahl von Filmen vereinbart hatte. Crawford gewann schlieĂlich fĂźr ihre Darstellung in Solange ein Herz schlägt aus dem Jahr 1945 den Oscar als beste Hauptdarstellerin, während Davis fĂźr Das grĂźne Korn bei den Nominierungen leer ausging. Die Rolle einer idealistischen älteren Lehrerin, die aufopferungsvoll gegen den Bildungsnotstand in einem walisischen Bergwerksort ankämpft, wurde von Ethel Barrymore mit Erfolg auf der BĂźhne gespielt. Bette Davis musste sich unter anderem von dem renommierten Filmkritiker James Agee den Vorwurf gefallen lassen, eine Fehlbesetzung zu sein und schauspielerisch unter ihren MĂśglichkeiten zu bleiben.cite-ref-55[55] Das grĂźne Korn war 1945 der einzige Film, den Davis drehte. Im selben Jahr heiratete Davis den KĂźnstler William Grant Sherry.
Die groĂe LĂźge (1946) war Davisâ nächster Film und der erste, den sie mit ihrer eigenen Produktionsfirma B. D. Productions drehte. Das Drehbuch dafĂźr lieĂ sich Davis von Catherine Turney schreiben, ihre Co-Stars wählte sie selbst aus. Bei den Kritikern fand der Film wenig Anklang, in den Kinos kam Die groĂe LĂźge hingegen trotzdem gut an.cite-ref-56[56]cite-ref-57[57] Ihr darauf folgender Film TrĂźgerische Leidenschaft (1946) war ihr erster Film seit GĂźnstling einer KĂśnigin aus dem Jahr 1939, der einen Verlust aufwies.cite-ref-58[58]
Die schwangere Davis zog sich bis zur Geburt ihrer Tochter Barbara Davis Sherry (später bekannt als B. D. Hyman, * 1. Mai 1947) ins Privatleben zurĂźck.cite-ref-59[59] Nach ihrer RĂźckkehr bot man ihr die weibliche Hauptrolle in African Queen (1951) an. Als sie erfuhr, dass der Film in Afrika gedreht werden sollte, lehnte sie ab.cite-ref-60[60] Die Rolle Ăźbernahm später Katharine Hepburn. Davis weigerte sich ebenfalls, neben Joan Crawford in Women Without Men mitzuspielen. Das Projekt wurde 1950 mit Eleanor Parker unter dem Titel Frauengefängnis realisiert. Auch die Pläne, an der Seite von Joan Crawford und Gary Cooper in der Verfilmung von Edith Whartons Ethan Frome mitzuwirken, scheiterten an Davisâ Weigerung. Sie schlug dem Studiochef Jack Warner im Gegenzug erfolglos eine Filmbiografie von Mary Todd Lincoln vor. 1947 war Davis mit einem Einkommen von 328.000 US-Dollar die bestbezahlte Frau des Landes.cite-ref-61[61]
Ihr erster Film nach der Geburt ihrer Tochter war Winter Meeting, der 1948 in den Verleih kam. Davis bereute anschlieĂend ihr Mitwirken an dem Film. Sie zweifelte an dem schauspielerischen Talent ihres Kollegen Jim Davis und ihr missfiel, dass einige mit ihr geplante Szenen nicht verwirklicht wurden. Ein Kritiker urteilte: âvon allen schrecklichen Dilemmas, in denen Frau Davis steckte [âŚ] ist dies wahrscheinlich das schlimmste.â Der Film bescherte Warner Brothers am Ende Ăźber eine Million US-Dollar Verlust.cite-ref-62[62] Auch die KomĂśdie Die Braut des Monats, die sie neben Robert Montgomery präsentierte, war kein Erfolg an der Kinokasse. Die Kritiken waren durchwachsen und Davis wurde bescheinigt, schauspielerisch nicht Ăźber die notwendige Leichtigkeit zu verfĂźgen, um glaubhaft KomĂśdien spielen zu kĂśnnen.cite-ref-63[63]
Neben dem finanziellen Misserfolg ihrer beiden letzten Filme musste Bette Davis auch erkennen, dass Jane Wyman und Doris Day zu den populärsten weiblichen Stars des Studios aufstiegen.cite-ref-64[64] Die GrĂźnde fĂźr den rapiden Niedergang ihrer Karriere waren vielfältig und trafen auch andere Schauspielerinnen ihrer Generation wie Barbara Stanwyck und Katharine Hepburn. Galt Bette Davis zu Beginn des Jahrzehnts neben Greer Garson als die âDoyenne des romantischen Melodramasâ, Ăźbernahmen in den Folgejahren Olivia de Havilland und Ingrid Bergman diese Position. Auch Joan Fontaine und Susan Hayward spielten jetzt erfolgreich in Filmen Ăźber dramatische Frauenschicksale, die bislang Bette Davis vorbehalten waren.cite-ref-65[65]
Das Studio hatte nichtsdestotrotz weiterhin Vertrauen in Bette Davisâ Zugkraft an der Kinokasse und 1949 einigten sich beide Seiten auf einen lukrativen Vertrag fĂźr vier weitere Filme. Der erste war Der Stachel des BĂśsen (1949). Die Schauspielerin war jedoch mit dem Drehbuch und dem Regisseur King Vidor sehr unzufrieden und spielte erst weiter, nachdem Warner ihr zugesichert hatte, sie nach Beendigung der Produktion aus ihrem Vertrag zu entlassen.cite-ref-66[66] Ihre Karriere schien beendet, und so schrieb der Los Angeles Examiner Ăźber ihren letzten Warner-Film: âEin unwĂźrdiges Finale einer brillanten Karriere.âcite-ref-67[67]
Beginn einer unabhängigen Karriere
1949 zerstritten sich Davis und ihr damaliger Ehemann Sherry. Sie erhielt zu dieser Zeit kaum Filmangebote, bis Darryl F. Zanuck dringend einen Ersatz fĂźr die Rolle der Margo Channing in Alles Ăźber Eva (1950) brauchte, weil sich Claudette Colbert verletzt hatte.cite-ref-68[68] Die TragikomĂśdie war mit 14 Nominierungen und sechs Auszeichnungen der erfolgreichste Film bei der Oscarverleihung 1951 und bescherte Davis ein unerwartetes Comeback. Sie gewann fĂźr ihre Darstellung die Auszeichnung als beste Schauspielerin beim Filmfestival von Cannes und den New York Film Critics Circle Award. Der Regisseur Joseph L. Mankiewicz sagte später Ăźber die Arbeit mit Davis: âSie war weit mehr als groĂartig. Sie war fantastisch.âcite-ref-69[69] Aus dem Film Alles Ăźber Eva stammt auch ihr berĂźhmtestes Filmzitat: âFasten your seatbelts, itâs going to be a bumpy night.â (dt.: Bitte anschnallen, meine Herrschaften. Ich glaube, es wird eine stĂźrmische Nacht.)
Am 3. Juli 1950 war die Scheidung von William Sherry vollzogen. 25 Tage später heiratete Davis ihren Schauspielkollegen Gary Merrill aus Alles Ăźber Eva.cite-ref-70[70] Mit Sherrys Erlaubnis konnte Merrill anschlieĂend Davisâ Tochter B. D. adoptieren. Auch ein Mädchen namens Margot adoptierten die beiden. 1952 folgte die Adoption eines Jungen namens Michael.cite-ref-71[71]
In GroĂbritannien standen Merrill und Davis fĂźr den Film Gift fĂźr den Anderen (1951) erneut gemeinsam vor der Kamera. Die Kritiker bewerteten den Film negativ und die amerikanische Presse prophezeite Davis bereits ihr nächstes Karriereende â trotz ihrer erneuten Academy-Award-Nominierung fĂźr The Star (1952). So lieĂ sie sich fĂźr die Broadway-Revue Twoâs Company von Jules Dassin engagieren. Mangels Ausbildung und Erfahrung Ăźberzeugte sie auf der BĂźhne jedoch nicht. Hinzu kam, dass Davis schwer erkrankte. Im Verlauf der 1950er Jahre drehte sie deshalb nur wenige Filme, die dazu noch wenig erfolgreich waren. Der Londoner Kritiker Richard Winninger urteilte Ăźber sie: âFrau Davis, die mehr Mitspracherecht hat als die meisten anderen Stars, scheint dem Egoismus verfallen zu sein [âŚ] Nur schlechte Filme sind gut genug fĂźr sie.âcite-ref-72[72] Bei ihrer Tochter Margot wurde indes eine Schädigung des Gehirns festgestellt, die sie sich wahrscheinlich während oder kurz nach ihrer Geburt zugezogen hatte. Davis und Merrill gaben Margot in eine Spezialanstalt. Das Familienleben war damals von Streit, Gewalt und Alkohol geprägt. 1960 kam es zur Scheidung.cite-ref-73[73]cite-ref-74[74]
1961 akzeptierte Davis das Angebot, die Obdachlose Apple Annie in Frank Capras Film Die unteren Zehntausend (ein Remake von Lady fĂźr einen Tag aus dem Jahr 1933) zu spielen.cite-ref-75[75] Eine Broadway-Rolle neben Margaret Leighton und Patrick OâNeal in Die Nacht des Leguan spielte sie anschlieĂend nur kurze Zeit, denn erneut gab es Streitigkeiten mit anderen Darstellern. In der späteren Verfilmung des Stoffes durfte sie nicht mehr mitwirken.cite-ref-76[76]
Erneuter Erfolg ab 1962
Einen erneuten groĂen kommerziellen und auch kĂźnstlerischen Erfolg erlangte Davis durch ihr Mitwirken in Was geschah wirklich mit Baby Jane? (1962). Es war ihr einziger Film, den sie mit ihrer Konkurrentin Joan Crawford drehte. Damit das Projekt Ăźberhaupt realisiert werden konnte, verzichteten beide Hauptdarstellerinnen zunächst auf einen Teil ihrer Gage, handelten im Gegenzug aber eine prozentuale Gewinnbeteiligung aus.cite-ref-77[77] Davis erhielt fĂźr ihre Darstellung des ehemaligen Kinderstars Baby Jane Hudson, die ihre auf einen Rollstuhl angewiesene Schwester Blanche quält, ihre zehnte und letzte Nominierung fĂźr den Academy Award als beste Hauptdarstellerin sowie ihre einzige Nominierung fĂźr den Preis der Britischen Filmakademie.cite-ref-78[78]
Im Kriminalfilm Der schwarze Kreis (1964) verkĂśrperte Davis Zwillingsschwestern. FĂźr die damalige Zeit war der Film aufwändig und erforderte eine spezielle Kameratechnik. Ihr nächstes Engagement fand sie in dem Drama Wohin die Liebe fĂźhrt (1964). Abermals erschwerten Wortgefechte mit ihrer Filmpartnerin, diesmal Susan Hayward, die Dreharbeiten.cite-ref-79[79] Davisâ letzten groĂen Erfolg in den 1960er Jahren markierte Robert Aldrichs Baby-Jane-Fortsetzung Wiegenlied fĂźr eine Leiche (1964). Aldrich begann die Produktion erneut mit Joan Crawford als Davisâ Gegenspielerin. Crawford erkrankte jedoch und wurde auf Davisâ Vorschlag hin durch Olivia de Havilland ersetzt. Der Film war ein beachtlicher Erfolg, der zahlreiche Oscar-Nominierungen erhielt.cite-ref-80[80]
1964 wirkte Bette Davis auch in einer Pilotfolge fĂźr Aaron Spellings neue Sitcom The Decorator mit. Der Film wurde jedoch nie ausgestrahlt und das Projekt beendet. Im weiteren Verlauf der 1960er Jahre war sie in einigen britischen Produktionen zu sehen: War es wirklich Mord? (1965), Die Giftspritze (1968) und Das Durchgangszimmer (1970). Der Erfolg hielt sich in Grenzen und ihre Karriere kam erneut ins Stocken.
Späte Karriere ab den 1970er Jahren
1972 Ăźbernahm Davis Hauptrollen in zwei Pilotfilmen fĂźr mĂśgliche Fernsehserien, zunächst in In den Fängen der Madame Sin mit Robert Wagner und anschlieĂend in The Judge and Jake Wyler mit Joan Van Ark. Aus beiden Filmen entstanden allerdings keine Serien.
Zwei Jahre danach gab Davis in einer modernisierten Fassung von Das Korn ist grßn ihr Comeback am Broadway. Das Stßck war trotz schlechter Kritiken sehr gut besucht. Fßr die zu diesem Zeitpunkt 66-jährige Davis waren die Strapazen ständiger Bßhnenauftritte allerdings zu hoch. Aufgrund einer Rßckenverletzung schied sie aus der Produktion aus.cite-ref-81[81]
Nach einem Jahr Drehpause kehrte Davis 1976 wieder auf die Leinwand zurĂźck. Sie Ăźbernahm Nebenrollen in den Filmen Landhaus der toten Seelen mit Karen Black und The Disappearance of Aimee mit Faye Dunaway. Abermals kam es zu Streit mit den Mitwirkenden. Davis kritisierte vor allem den mangelnden Respekt gegenĂźber ihrer Person und das fehlende professionelle Benehmen am Set.cite-ref-82[82]
FĂźr das Fernsehen bekam Davis zu dieser Zeit viele Rollenangebote, sodass sie selbst entscheiden konnte, welche sie annahm und welche nicht. Zu sehen war sie unter anderem in der Fernsehserie The Dark Secret of Harvest Home (1978) und in dem Agatha-Christie-Film Tod auf dem Nil (1978). Einen Emmy erhielt sie fĂźr ihre Darstellung in Heimkehr einer Fremden (1979) sowie weitere Nominierungen fĂźr ihre Leistungen in White Mama (1980) und Kleine Gloria â Armes reiches Mädchen (1982). Auch wirkte Davis in zwei Disney-Filmen mit. Weitere Fernsehfilme mit ihr waren Die Lady (1981) zusammen mit ihrem Enkel J. Ashley Hyman, Ein Piano fĂźr Mrs. Cimino (1982) und Am Ende des Weges (1983) mit James Stewart.
Letzte Lebensjahre
Nachdem Davis 1983 die Pilotepisode zu der Fernsehserie Hotel gedreht hatte, wurde bei ihr Brustkrebs diagnostiziert. Später im Krankenhaus lähmte ein Schlaganfall ihre rechte Gesichtshälfte und ihren linken Arm, auĂerdem wurde ihr SprachvermĂśgen stark eingeschränkt. Sie begann anschlieĂend eine langwierige Physiotherapie. Nach einer gewissen Besserung der Lähmungen kehrte sie nach Hause zurĂźck, brach sich aber bei einem Sturz die HĂźfte.cite-ref-83[83]
Das Verhältnis zwischen Davis und ihrer Tochter B. D. Hyman verschlechterte sich in dieser Zeit, denn Hyman wollte ihre Mutter der christlichen Erweckungsbewegung zufĂźhren. Davis reiste nach ihrer Genesung nach GroĂbritannien, um in dem Agatha-Christie-Film Mord mit doppeltem Boden (1985) mitzuspielen, und erfuhr bei ihrer RĂźckkehr, dass Hyman plante, eine Biografie zu verĂśffentlichen.
Das Buch trug später den Titel My Motherâs Keeper und schildert in chronologischer Reihenfolge Ereignisse einer schwierigen Mutter-Tochter-Beziehung, geschrieben von einer Tochter, die unter der herrischen Art und Trunksucht der Mutter zu leiden hatte.cite-ref-84[84] Mehrere Freunde und Anhänger von Bette Davis bezeichneten die beschriebenen Erlebnisse als inkorrekt und Mike Wallace veranlasste die Wiederholung eines 60-Minutes-Interviews mit B. D. Hyman, das einige Jahre zuvor aufgezeichnet worden war. Dort sagt diese aus, dass sie viele Mutterfähigkeiten von Davis fĂźr sich angenommen habe und sie auch bei der Erziehung ihrer eigenen Kinder anwende. Sogar Davisâ Ex-Ehemann Merrill lieĂ in einem CNN-Interview verlauten, dass die Motive von Hyman âGrausamkeit und Habgierâ seien.cite-ref-85[85]
Davisâ zweite Autobiografie mit dem Titel This ân That schlieĂt mit einem offenen Brief an ihre Tochter. Darin unterstellt sie Hyman âeinen groĂen Mangel an Loyalität und Dankbarkeit fĂźr das äuĂerst privilegierte Leben, was ich meine, dir gegeben zu habenâ. Der Brief endet mit einer Anspielung auf das Buch ihrer Tochter: âWenn es um Geld geht und meine Erinnerungen richtig sind, war ich die ganzen Jahre dein BeschĂźtzer. Und ich ergänze, dass mein Name dein Buch Ăźber mich zu einem Erfolg gemacht hat.â Davis sprach fĂźr den Rest ihres Lebens nie mehr mit ihrer Tochter und enterbte sie umgehend.cite-ref-86[86]
AnschlieĂend spielte Davis noch in dem Fernsehfilm All Summers Die (1986) mit sowie in Lindsay Andersons Wale im August (1987), wo sie die blinde Schwester von Lillian Gish verkĂśrperte. Der Film brachte Ăźberwiegend anerkennende Kritiken ein. Ihre letzte Rolle war die der Miranda Pierpoint in Larry Cohens Tanz der Hexen (1989). Ihr Gesundheitszustand lieĂ es jedoch nicht zu, den Film zu Ende zu drehen, stattdessen wurde der Rolle von Barbara Carrera mehr Raum im Film gewährt. Tanz der Hexen wurde erst nach Davisâ Tod verĂśffentlicht.
Während der American Cinema Awards von 1989 brach Davis zusammen. Sie musste erkennen, dass der Krebs zurĂźckgekommen war. Trotzdem reiste sie nach Spanien, um eine Ehrung beim Festival Internacional de Cine de San SebastiĂĄn entgegenzunehmen. Während des Aufenthalts verschlechterte sich ihr Gesundheitszustand rapide. Da sie kĂśrperlich nicht in der Lage war, die Heimreise in die Vereinigten Staaten anzutreten, ging sie nach Frankreich, wo sie am 6. Oktober 1989 im Amerikanischen Krankenhaus in Neuilly-sur-Seine starb. Sie wurde im Forest Lawn Memorial Park neben ihrer Mutter Ruth und ihrer Schwester Bobby beerdigt. Ihre Grabinschrift lautet âShe did it the hard wayâ (dt.: Sie nahm den harten Weg). Diesen Ausspruch hatte ihr Joseph L. Mankiewicz kurz nach Beendigung der Dreharbeiten zu Alles Ăźber Eva vorgeschlagen.
Bette Davis Foundation
Im Jahr 1997 grĂźndeten Davisâ Testamentsvollstrecker Michael Merrill, ihr Sohn und ihre ehemalige Assistentin Kathryn Sermak die Bette Davis Foundation, die mit Collegestipendien junge Schauspieler und Schauspielerinnen fĂśrdert. Seit 1999 zeichnet die Foundation jedes Jahr einen Schauspielstudenten des Boston University College of Fine Arts mit dem Bette-Davis-Preis und einem Stipendium aus. Die bis dato berĂźhmteste Preisträgerin ist Ginnifer Goodwin, die 2001 die Auszeichnung erhielt und 2005 in dem sechsfach fĂźr den Oscar-nominierten Film Walk the Line mitwirkte.
In unregelmäĂigen Abständen verleiht die Bette Davis Foundation den Bette Davis Lifetime Achievement Award. 1999 erhielt Meryl Streep die Auszeichnung, 2002 Prinz Edward und 2008 Susan Sarandon. Anlässlich Davisâ 100. Geburtstages erhielt Lauren Bacall die Bette Davis Medal of Honor.cite-ref-87[87]cite-ref-88[88] Im Jahr 2014 wurde Geena Davis mit dem Lifetime Achievement Award ausgezeichnet.cite-ref-89[89]
Wirkung und Rezeption
ĂuĂeres Erscheinungsbild
Davis entsprach äuĂerlich nicht dem Bild einer klassischen Filmschauspielerin ihrer Zeit. Alles in ihrem Gesicht schien ein wenig zu groĂ geraten. Vor allem ihre Augen hatten einen hohen Wiedererkennungswert. So hob sie sich deutlich von damaligen populären SchĂśnheitsidealen ab, die von Stars wie Greta Garbo oder Marlene Dietrich personifiziert wurden. Bei ihrer Anreise in Hollywood 1930 erkannte ein Studiomitarbeiter sie am Bahnhof nicht als Schauspielerin und fuhr, ohne sie abgeholt zu haben, zurĂźck zum Studio.cite-ref-90[90] Auch während der Dreharbeiten zu ihrem ersten Film wurde Davis nicht ernst genommen. So soll Produktionschef Carl Laemmle junior gesagt haben, sie hätte âin etwa so viel Sexappeal wie Slim Summervilleâ.cite-ref-chandler-2008-18-1[18]
Davis war es wichtig, durch ihre schauspielerischen Fähigkeiten aufzufallen und weniger durch ihr Aussehen, und so sagte sie einmal: âMir war es immer egal, wie ich aussah, solange ich nur wie meine Figur aussah.âcite-ref-91[91] Sie bewies bei der Darstellung einiger ihrer Filmcharaktere wiederholt Mut zur Hässlichkeit. FĂźr ihre Darstellung der Baby Jane Hudson schminkte sie sich zum Beispiel selbst, weil sie Ăźberzeugt war, dass niemand sich trauen wĂźrde, sie ausreichend hässlich zu schminken. FĂźr den Film GĂźnstling einer KĂśnigin lieĂ sie sich Haare und Augenbrauen abrasieren, als das Drehbuch dies erforderte, und ihre Todesszene in Of Human Bondage kommentierte sie einmal mit den Worten: âDie letzten Phasen von Tuberkulose, Armut und Vernachlässigung sind nicht schĂśn und ich beabsichtige, Ăźberzeugend auszusehen.âcite-ref-92[92]
Rollenwahl
Noch mehr als durch ihr Erscheinungsbild fiel Davis durch ihre unkonventionelle Rollenwahl auf. Spielte sie zu Beginn ihrer Karriere noch typische naive Mädchen, erkannte man nach ihrer Darstellung der Mildred in Of Human Bondage ihr Talent als Charakterdarstellerin. Damit hatte sie ein Alleinstellungsmerkmal inne, denn die meisten Schauspielerinnen schlugen damals Rollen von unsympathischen, moralisch fragwĂźrdigen Charakteren aus, weil sie einen Imageschaden befĂźrchteten.cite-ref-93[93] Davis spielte in der Folgezeit willensstarke, ehrgeizige, zum Teil neurotische und bisweilen macht- und geldhungrige Charaktere. Sie verkĂśrperte unter anderem eine Prostituierte in Mord im Nachtclub, eine verlogene MĂśrderin in Das Geheimnis von Malampur und eine berechnende Erpresserin und MĂśrderin in Die kleinen FĂźchse. Auf einem Filmplakat, fĂźr Der Stachel des BĂśsen wurde sie einmal mit den Worten beworben: âNiemand ist so gut wie Bette Davis, wenn sie bĂśse ist.âcite-ref-94[94]cite-ref-95[95]
Kennzeichnend war ferner, dass Davis häufig PersÜnlichkeiten spielte, die älter waren als sie selbst, wie zum Beispiel in Das grßne Korn oder Gßnstling einer KÜnigin. In letzterem spielte sie die sechzigjährige Elisabeth I., obwohl sie zu Beginn der Dreharbeiten selbst erst 31 Jahre alt war.cite-ref-96[96] Als in den 1960er Jahren die Rollenangebote ausblieben, wagte sie den Schritt zum Horrorgenre und wurde damit zur Vorreiterin fßr viele weitere alternde Hollywoodstars. Wieder waren es die Darstellungen besonders bÜsartiger beziehungsweise psychisch kranker Figuren, die ihr neue Anerkennung in Hollywood einbrachten.
Davis muss sich rĂźckblickend auf ihre Karriere allerdings auch den Vorwurf gefallen lassen, manche ihrer Rollen nicht optimal ausgesucht zu haben. So lehnte sie Angebote fĂźr später erfolgreiche Filme ab, etwa Solange ein Herz schlägt und African Queen. Stattdessen wirkte sie in von Kritikern verrissenen beziehungsweise vom Publikum missachteten Filmen mit â etwa TrĂźgerische Leidenschaft und Winter Meeting â obwohl sie als eine der zu diesem Zeitpunkt einflussreichsten Schauspielerinnen Hollywoods durchaus hätte ablehnen kĂśnnen.
Ausdrucksmittel
Davisâ stärkstes Ausdrucksmittel waren ihre groĂen, herausstechenden Augen, die in vielen Filmen durch Make-up und Kameraeinstellungen besonders betont wurden. FĂźr viele Filmkenner gilt sie noch heute als âKĂśnigin des bĂśsen Blicksâ.cite-ref-97[97] AuĂerdem spielten Zigaretten in ihren Filmen eine groĂe Rolle, sodass sie häufig rauchende Charaktere darstellte. In Filmen wie Alles Ăźber Eva oder Vertauschtes GlĂźck zelebriert sie das Rauchen geradezu. Ihre wohl bekannteste Raucherszene, die in der Folgezeit auch häufig nachgespielt und parodiert wurde, stammt aus dem Film Reise aus der Vergangenheit. Paul Henreid zĂźndet sich darin zwei Zigaretten gleichzeitig an, fĂźr eine kurze Zeit hält er beide zwischen den Lippen, bevor er eine an Davis weitergibt. GegenĂźber ihrer Biografin Charlotte Chandler gab Davis an: âZigaretten waren fĂźr meine Charaktere sehr wichtig [âŚ] die Zigarette war meine Charaktere-StĂźtze. [âŚ] Ich setzte sie ein, um Zorn zu demonstrieren, um ein Argument anzubringen oder eine Reaktion zu unterstreichen, um Nervosität auszudrĂźcken.âcite-ref-98[98]
Davis war stets bemĂźht, ihre Charaktere besonders authentisch wirken zu lassen. 1935 schrieb E. Annot Robertson in der Picture Post dazu: âIch denke, Bette Davis wäre wahrscheinlich als Hexe verbrannt worden, wenn sie zwei- oder dreihundert Jahre frĂźher gelebt hätte. Sie gibt einem das seltsame GefĂźhl, mit einer Kraft aufgeladen zu sein, die keinen gewĂśhnlichen Ausgang findet.âcite-ref-99[99] Ihr Spiel bestach vor allem durch KĂśrperlichkeit; hysterische Anfälle und starke GefĂźhlsausbrĂźche stellten keine Seltenheit dar. Der Filmhistoriker Gene Ringgold sagte Ăźber ihr Schauspiel: âZwei Arten von Schauspielern gibt es, solche, die durch handwerkliches KĂśnnen ideale Projektionsflächen fĂźr das Publikum schaffen. Und andere, die den Zuschauer durch die schiere Macht ihrer PersĂśnlichkeit Ăźberwältigen. Bette Davis gehĂśrte zu den Letzteren, verlieĂ sich aber nicht allein auf ihr Charisma; das Handwerk erlernte sie nach und nach. Intelligenz, harte Arbeit, Disziplin, Unerschrockenheit, Ehrgeiz â das sind die Botschaften ihrer langen Karriere.âcite-ref-100[100]
Publikum und Anhängerschaft
Der GroĂteil von Davisâ Ăźber einhundert Filmen wurde fĂźr ein vorwiegend weibliches Publikum produziert. Gerade während der 1930er Jahre und im Krieg waren Melodramen gefragt, die das Publikum den Alltag vergessen lieĂen. Davis entwickelte sich dabei durch ihr selbstbewusstes Auftreten in ihren Filmen zu einem Vorbild fĂźr viele Frauen.cite-ref-101[101] Eine Ausnahme bildete zum Beispiel der zeitgenĂśssische Boxfilm Kid Galahad â mit harten Fäusten, hier konnte sie sich auch beim männlichen Publikum einen Namen machen.
Mit ihren Auftritten in Horrorfilmen in den 1960er und 1970er Jahren erregte Davis vor allem bei Genreliebhabern Aufmerksamkeit. Sie war auch eine Ikone in der amerikanischen Schwulenszene. Häufig wurde sie von in den Vereinigten Staaten bekannten TravestiekĂźnstlern wie Charles Pierce oder Tracey Lee imitiert.cite-ref-102[102] Neue Bekanntheit gerade bei der jĂźngeren Generation erlangte sie ohne eigenes Zutun durch Kim Carnesâ Welthit Bette Davis Eyes. Der Titel wurde 1981 in insgesamt 31 Ländern zur Nummer eins in den Charts.
GroĂe Beachtung fanden ab den 1970er Jahren auch Talkshows und BĂźhnenpräsentationen, in denen Davis auftrat, um eines ihrer BĂźcher vorzustellen oder Ăźber ihr Leben zu erzählen. So war unter anderem ihr Auftritt bei der New Yorker BĂźhnenpräsentation Great Ladies of the American Cinema so erfolgreich, dass sie anschlieĂend mit dem Programm Bette Davis in Person und Film auf Tour nach Australien und Europa ging.cite-ref-103[103] Das Publikum schätzte ihre direkte und ehrliche Art. Durch ihre vielen Reisen ins Ausland besaĂ Davis auch auĂerhalb der Vereinigten Staaten eine beachtliche Fangemeinde. Auch das Buch My Motherâs Keeper ihrer Tochter tat ihrer Beliebtheit keinen Abbruch.
Image, Ruf und Eskapaden
Spätestens nach ihrem Rechtsstreit mit Warner Brothers im Jahr 1936 hatte Davis in Hollywood den Ruf, anspruchsvoll in Bezug auf die Produktionsbedingungen ihrer Filme zu sein. Häufig befand sie DrehbĂźcher fĂźr schlecht und Regisseure sowie andere Darsteller fĂźr untalentiert. Bekannt sind ihre Auseinandersetzungen mit Miriam Hopkins, Susan Hayward, Jim Davis, Faye Dunaway und weiteren. Sogar mit William Wyler, dem Mann, den sie am meisten verehrte, stritt sie sich bei den Dreharbeiten zu Die kleinen FĂźchse so heftig, dass es anschlieĂend zu keiner weiteren Zusammenarbeit zwischen den beiden kam. Bei den Dreharbeiten zu Die Giftspritze lieĂ Davis sogar den Regisseur Alvin Rakoff nach einigen Drehtagen austauschen.cite-ref-104[104]
Die Medien spekulierten Ăźber die Jahre immer wieder Ăźber Rivalitäten zwischen Bette Davis und Joan Crawford. Gemäà Davis soll es zumindest während der gemeinsamen Dreharbeiten zu Was geschah wirklich mit Baby Jane? zu keinen offenen Konflikten gekommen sein. In ihrem Buch This ân That äuĂerte sie sich: âFehde ist ein Hollywood-Wort. Haben Bette Davis und Joan Crawford jemals gestritten während der Dreharbeiten zu Was geschah wirklich mit Baby Jane? Nein!â.cite-ref-105[105]
Bette Davis konnte jedoch auch sehr zuvorkommend und selbstlos gegenĂźber ihren Co-Stars sein. Während der Arbeiten zu Vertauschtes GlĂźck aus dem Jahr 1941 sorgte Davis persĂśnlich dafĂźr, dass die Rolle von Mary Astor, die zunächst nur als stereotype andere Frau das GlĂźck zwischen Bette Davis und George Brent stĂśren sollte, ausgebaut und interessanter gestaltet wurde. Am Ende gewann Mary Astor den Oscar als beste Nebendarstellerin und dankte während der Zeremonie explizit zwei Menschen â Bette Davis und Pjotr Iljitsch Tschaikowski.cite-ref-106[106] Bette Davis war mit etlichen Kollegen aus der Filmbranche zeitlebens eng befreundet, so mit Olivia de Havilland, Geraldine Fitzgerald, George Brent, Anne Baxter und Natalie Wood.
Filmografie
Kinofilme
⢠1931: The Bad Sister
⢠1931: Meine Kinder â mein GlĂźck (Seed)
⢠1931: Waterloo Bridge
⢠1932: Way Back Home
⢠1932: The Menace
⢠1932: Hellâs House
⢠1932: The Man Who Played God
⢠1932: So Big
⢠1932: The Rich Are Always With Us
⢠1932: The Dark Horse
⢠1932: Die Hßtte im Baumwollfeld (The Cabin in the Cotton)
⢠1932: Three on a Match
⢠1932: 20.000 Jahre in Sing Sing (20,000 Years in Sing Sing)
⢠1933: Parachute Jumper
⢠1933: The Working Man
⢠1933: Verschollen in New York (Bureau of Missing Persons)
⢠1933: Spätere Heirat ausgeschlossen (Ex-Lady)
⢠1934: The Big Shakedown
⢠1934: Liebe ohne Zwirn und Faden (Fashions of 1934)
⢠1934: Ein feiner Herr (Jimmy the Gent)
⢠1934: Nebel ßber Frisco (Fog Over Frisco)
⢠1934: Of Human Bondage
⢠1934: Housewife
⢠1935: Stadt an der Grenze (Bordertown)
⢠1935: The Girl from 10th Avenue
⢠1935: Die Frau auf Seite 1 (Front Page Woman)
⢠1935: Special Agent
⢠1935: Dangerous
⢠1936: Der versteinerte Wald (The Petrified Forest)
⢠1936: The Golden Arrow
⢠1936: Der Satan und die Lady (Satan Met a Lady)
⢠1937: Mord im Nachtclub (Marked Woman)
⢠1937: Kid Galahad â Mit harten Fäusten (Kid Galahad)
⢠1937: That Certain Woman
⢠1937: Itâs Love Iâm After
⢠1938: Jezebel â Die boshafte Lady (Jezebel)
⢠1938: Drei Schwestern aus Montana (The Sisters)
⢠1939: Opfer einer groĂen Liebe (Dark Victory)
⢠1939: Juarez
⢠1939: Die alte Jungfer (The Old Maid)
⢠1939: Gßnstling einer KÜnigin (The Private Lives of Elizabeth and Essex)
⢠1940: HÜlle, wo ist dein Sieg (All This, and Heaven Too)
⢠1940: Das Geheimnis von Malampur (The Letter)
⢠1941: Vertauschtes Glßck (The Great Lie)
⢠1941: Shining Victory (nicht im Abspann erwähnt)
⢠1941: Die Braut kam per Nachnahme (The Bride Came C.O.D.)
⢠1941: Die kleinen Fßchse (The Little Foxes)
⢠1942: Der Mann, der zum Essen kam (The Man Who Came to Dinner)
⢠1942: Ich will mein Leben leben (In This Our Life)
⢠1942: Reise aus der Vergangenheit (Now, Voyager)
⢠1943: Die Wacht am Rhein (Watch on the Rhine)
⢠1943: Thank Your Lucky Stars (als sie selbst)
⢠1943: In Freundschaft verbunden (Old Acquaintance)
⢠1944: Das Leben der Mrs. Skeffington (Mr. Skeffington)
⢠1944: Hollywood Canteen (als sie selbst)
⢠1945: Das grßne Korn (The Corn Is Green)
⢠1946: Die groĂe LĂźge (A Stolen Life)
⢠1946: Trßgerische Leidenschaft (Deception)
⢠1948: Winter Meeting
⢠1948: Die Braut des Monats (June Bride)
⢠1949: Der Stachel des BÜsen (Beyond the Forest)
⢠1950: Alles ßber Eva (All About Eve)
⢠1951: Die Ehrgeizige (Payment on Demand)
⢠1951: Gift fĂźr den Anderen (Another Manâs Poison)
⢠1952: Ein Fremder ruft an (Phone Call from a Stranger) (Cameo-Auftritt)
⢠1952: The Star
⢠1955: Die jungfräuliche KÜnigin (The Virgin Queen)
⢠1956: Mädchen ohne Mitgift (The Catered Affair)
⢠1956: Storm Center
⢠1958: Der Sßndenbock (The Scapegoat)
⢠1959: Beherrscher der Meere (John Paul Jones)
⢠1961: Die unteren Zehntausend (Pocketful of Miracles)
⢠1962: Was geschah wirklich mit Baby Jane? (What Ever Happened to Baby Jane?)
⢠1963: Die Nackte (La noia)
⢠1964: Der schwarze Kreis (Dead Ringer)
⢠1964: Wohin die Liebe fßhrt (Where Love Has Gone)
⢠1964: Wiegenlied fßr eine Leiche (Hush ⌠Hush, Sweet Charlotte)
⢠1965: War es wirklich Mord? (The Nanny)
⢠1968: Die Giftspritze (The Anniversary)
⢠1970: Das Durchgangszimmer (Connecting Rooms)
⢠1971: Bunny und Bill (Bunny OâHare)
⢠1972: Teuflisches Spiel (Lo scopone scientifico)
⢠1976: Landhaus der toten Seelen (Burnt Offerings)
⢠1978: Der Sieg der Sternenkinder (Return from Witch Mountain)
⢠1978: Tod auf dem Nil (Death on the Nile)
⢠1978: Die Kinder von Sanchez (The Children of Sanchez) (nicht im Abspann erwähnt)
⢠1980: Schrei der Verlorenen (The Watcher in the Woods)
⢠1987: Wale im August (The Whales of August)
⢠1989: Tanz der Hexen (Wicked Stepmother)
Fernsehauftritte (Auswahl)
⢠1952, 1960, 1962, 1964 und 1965: Whatâs My Line? (amerikanische Variante von Was bin ich?; jeweils als Mystery Guest)
⢠1956: The 20th Century-Fox Hour (Fernsehserie, Gastauftritt Staffel 1 Folge 10)
⢠1956: Person to Person (Talkshow)
⢠1957: Schlitz Playhouse of Stars (Fernsehserie, Gastauftritt Staffel 6 Folge 26)
⢠1957: The Ford Television Theatre (Fernsehserie, Gastauftritt Staffel 5 Folge 30)
⢠1957: Telephone Time (Fernsehserie, Gastauftritt Staffel 2 Folge 31)
⢠1957â1958: General Electric Theater (Fernsehserie, Gastauftritte Staffel 5 Folge 24 und Staffel 6 Folge 27)
⢠1958: Studio 57 (Fernsehserie, Gastauftritt Staffel 4 Folge 20)
⢠1958: Suspicion (Fernsehserie, Gastauftritt Staffel 1 Folge 28)
⢠1958: The Dinah Shore Chevy Show (Variety-Show)
⢠1959: Alfred Hitchcock Presents (Fernsehserie, Gastauftritt Staffel 4 Folge 16)
⢠1959: The DuPont Show with June Allyson (Fernsehserie, Gastauftritt Staffel 1 Folge 2)
⢠1959 und 1961: Wagon Train (Fernsehserie, Gastauftritte Staffel 2 Folge 18, Staffel 3 Folge 5 und Staffel 5 Folge 12)
⢠1962: Die Leute von der Shiloh Ranch (The Virginian) (Fernsehserie, Gastauftritt Staffel 1 Folge 13)
⢠1963: Perry Mason (Fernsehserie, Gastauftritt Staffel 6 Folge 16)
⢠1964: The Andy Williams Show (Variety-Show)
⢠1965: The Decorator (unverÜffentlichter Pilotfilm)
⢠1966: Rauchende Colts (Gunsmoke) (Fernsehserie, Gastauftritt Staffel 12 Folge 3)
⢠1970: Ihr Auftritt, Al Mundy (It Takes a Thief) (Fernsehserie, Gastauftritt Staffel 3 Folge 17)
⢠1970 und 1971: The Dick Cavett Show (ABC Late-Night-Show)
⢠1972: In den Fängen der Madame Sin (Madame Sin) (Pilotfilm)
⢠1972: The Judge and Jake Wyler (Pilotfilm)
⢠1973: Scream, Pretty Peggy (Fernsehfilm)
⢠1973: The Dean Martin Show (Variety-Show)
⢠1973: ABCâs Wide World of Entertainment (Gastgeberin der Episode Warner Bros. Movies: A 50 Year Salute)
⢠1974: Hello Mother, Goodbye! (Fernsehfilm)
⢠1976: The Disappearance of Aimee (Fernsehfilm)
⢠1976: V.I.P.-Schaukel (Talkshow)
⢠1977: Dinah! (Talkshow)
⢠1978: The Dark Secret Of Harvest Home (Miniserie)
⢠1979: Heimkehr einer Fremden (Strangers: The Story of a Mother and Daughter) (Fernsehfilm)
⢠1980: White Mama (Fernsehfilm)
⢠1980: Julie erobert den Himmel (Skyward) (Fernsehfilm)
⢠1981: Die Lady (Family Reunion) (Fernsehfilm)
⢠1982: Ein Piano fßr Mrs. Cimino (A Piano for Mrs. Cimino) (Fernsehfilm)
⢠1982: Kleine Gloria â Armes reiches Mädchen (Little Gloria⌠Happy at Last) (Fernsehfilm)
⢠1983: Am Ende des Weges (Right of Way) (Fernsehfilm)
⢠1983: Hotel (Pilotfilm fßr die spätere Fernsehserie)
⢠1985: Mord mit doppeltem Boden (Murder with Mirrors) (Fernsehfilm)
⢠1986: As Summers Die (Fernsehfilm)
⢠1988: Larry King Live (Talkshow)
Theaterauftritte (Auswahl)
⢠1929: The Earth Between (Provincetown Playhouse; Rolle: Floy Jennings)
⢠1929: Ritz Theatre (Ritz Theatre; Rolle: Elaine Bumpsted)
⢠1930: Solid South (Lyceum Theatre; Rolle: Bam)
⢠1952: Twoâs Company (Alvin Theatre; Musical-Revue)
⢠1960: The World of Carl Sandburg (Henry Millerâs Theatre)
⢠1961: The Night of the Iguana (Royale Theatre; Rolle: Maxine Faulk)
Radioauftritte (Auswahl)
⢠30. März 1936: Bought And Paid For (Lux Radio Theatre)
⢠17. Mai 1937: Another Language (Lux Radio Theatre; gemeinsam mit Fred MacMurray)
⢠28. Februar 1938: Forsaking All Others (Lux Radio Theatre; gemeinsam mit Joel McCrea)
⢠8. Januar 1940: Dark Victory (Lux Radio Theatre; gemeinsam mit Spencer Tracy)
⢠14. Januar 1940: This Lonely Heart (Screen Guild Theatre)
⢠10. März 1940: Ballerina, Slightly with Accent (Screen Guild Theatre; gemeinsam mit William Powell)
⢠21. April 1941: The Letter (Lux Radio Theatre; gemeinsam mit Herbert Marshall und James Stephenson)
⢠15. Dezember 1941: All This and Heaven Too (Lux Radio Theatre; gemeinsam mit Charles Boyer)
⢠6. März 1944: The Letter (Lux Radio Theatre; gemeinsam mit Vincent Price und Herbert Marshall)
⢠10. Januar 1944: Watch on the Rhine (Screen Guild Theatre; gemeinsam mit Paul Lukas)
⢠6. August 1945: The Little Foxes (Screen Guild Theatre)
⢠1. Oktober 1945: Mr. Skeffington (Lux Radio Theatre)
⢠11. Februar 1946: Now. Voyager (Lux Radio Theatre; gemeinsam mit Gregory Peck)
⢠25. August 1947: A Stolen Life (Lux Radio Theatre; gemeinsam mit Glenn Ford)
⢠29. August 1949: June Bride (Lux Radio Theatre; gemeinsam mit James Stewart)
⢠3. September 1951: Payment on Demand (Lux Radio Theatre; gemeinsam mit Barry Sullivan)
⢠1. Oktober 1951: All About Eve (Lux Radio Theatre; gemeinsam mit Gary Merrill und Anne Baxter)
Auszeichnungen und Ehrungen
Schauspielerische Auszeichnungen
1962 war Davis die erste Person, die zehn Oscar-Nominierungen als beste Schauspielerin oder bester Schauspieler auf sich vereinigen konnte. Lediglich Meryl Streep, Katharine Hepburn, Jack Nicholson und Laurence Olivier konnten dies zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls erreichen oder Ăźbertreffen. Als erste Schauspielerin wurde sie fĂźnf Jahre hintereinander fĂźr den Oscar nominiert (1939â1943), was nach ihr lediglich Greer Garson in der Zeit von 1942 bis 1946 schaffte. Nach Bette Davis Tod kaufte Steven Spielberg ihre beiden Trophäen fĂźr 207.000 US-Dollar bzw. 578.000 US-Dollar und gab sie anschlieĂend der Academy of Motion Picture Arts and Sciences zurĂźck.cite-ref-110[110]cite-ref-111[111]
⢠1935 â sog. Write-In-Nominierung fĂźr Of Human Bondage als beste Darstellerin (Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences zählt Davis lediglich als write-in Kandidatin und somit nicht zu den offiziellen drei Nominierungen fĂźr die Beste Darstellerin des Jahres)
⢠1936 â Gewonnen fĂźr Dangerous als beste Hauptdarstellerin
⢠1939 â Gewonnen fĂźr Jezebel â Die boshafte Lady als beste Hauptdarstellerin
⢠1940 â Nominierung fĂźr Opfer einer groĂen Liebe als beste Hauptdarstellerin
⢠1941 â Nominierung fĂźr Das Geheimnis von Malampur als beste Hauptdarstellerin
⢠1942 â Nominierung fĂźr Die kleinen FĂźchse als beste Hauptdarstellerin
⢠1943 â Nominierung fĂźr Reise aus der Vergangenheit als beste Hauptdarstellerin
⢠1945 â Nominierung fĂźr Das Leben der Mrs. Skeffington als beste Hauptdarstellerin
⢠1951 â Nominierung fĂźr Alles Ăźber Eva als beste Hauptdarstellerin
⢠1953 â Nominierung fĂźr The Star als beste Hauptdarstellerin
⢠1963 â Nominierung fĂźr Was geschah wirklich mit Baby Jane? als beste Hauptdarstellerin
⢠1979 â Gewonnen fĂźr Heimkehr einer Fremden als beste Hauptdarstellerin in einer Miniserie oder einem Fernsehfilm
⢠1980 â Nominierung fĂźr White Mama als beste Hauptdarstellerin in einer Miniserie oder einem Fernsehfilm
⢠1983 â Nominierung fĂźr Kleine Gloria â Armes reiches Mädchen als beste Nebendarstellerin in einer Miniserie oder einem Fernsehfilm
⢠1951 â Nominierung fĂźr Alles Ăźber Eva als beste Hauptdarstellerin â Drama
⢠1962 â Nominierung fĂźr Die unteren Zehntausend als beste Hauptdarstellerin â KomĂśdie oder Musical
⢠1963 â Nominierung fĂźr Was geschah wirklich mit Baby Jane? als beste Hauptdarstellerin â Drama
⢠1964 â Nominierung fĂźr Was geschah wirklich mit Baby Jane? als beste ausländische Darstellerin
⢠1984 â Nominierung fĂźr Am Ende des Weges als beste Darstellerin in einer Miniserie oder einem Fernsehfilm
⢠1987 â Nominierung fĂźr As Summers Die als beste Darstellerin in einer Miniserie oder einem Fernsehfilm
⢠1950 â Gewonnen fĂźr Alles Ăźber Eva als beste Darstellerin
⢠1963 â 3. Platz fĂźr Was geschah wirklich mit Baby Jane? als beste Hauptdarstellerin in einem Drama
⢠1965 â Gewonnen fĂźr Wiegenlied fĂźr eine Leiche als beste Hauptdarstellerin in einem Drama
⢠1950 â Gewonnen fĂźr Alles Ăźber Eva als beste Hauptdarstellerin
⢠1983 â Gewonnen fĂźr Ein Piano fĂźr Mrs. Cimino als beste Darstellerin
⢠1976 â Gewonnen fĂźr Landhaus der toten Seelen als beste Nebendarstellerin
⢠1937 â Gewonnen fĂźr Mord im Nachtclub als beste Darstellerincite-ref-112[112]
Ehrenauszeichnungen
Bette Davis wurde im Laufe ihrer Karriere vielfach fĂźr ihre besonderen Leistungen ausgezeichnet. Ihre erste Auszeichnung als Schauspielerin Ăźberhaupt erhielt sie 1932 als âStar of Tomorrowâ als einer der vielversprechendsten zukĂźnftigen Stars zusammen mit Joan Blondell und Ginger Rogers. 1941 und 1963 wurde Davis mit dem Golden Apple Award ausgezeichnet, einem Preis, der an Schauspieler verliehen wird, die sich in Zusammenarbeit mit der Presse besonders kooperativ gezeigt haben. Am 6. November 1950 durfte sich Davis mit ihren Hand- und FuĂabdrĂźcken im Vorhof von Graumanâs Chinese Theatre verewigen.
FĂźr ihr Lebenswerk wurde Davis erstmals 1974 mit dem Cecil B. deMille Award geehrt. 1977 bekam Davis als erste Frau den Life Achievement Award des American Film Institutes verliehen. Im Jahr 1982 wurde Davis die Ehre zuteil, mit der Distinguished Civilian Service Medal die hĂśchste zivile Auszeichnung des Verteidigungsministeriums der Vereinigten Staaten zu erhalten. Die Medaille wĂźrdigte ihre umfangreiche Mitarbeit am Projekt Hollywood Canteen während des Zweiten Weltkriegs. In der Folgezeit häuften sich die Preise fĂźr Davisâ Werk. So erhielt sie unter anderem den Award of Excellence des Film Advisory Boards (1982), den Crystal Award (1983), den Life Achievement Award der American Theater Arts (1983) und den CĂŠsar dâhonneur (1986). 1987 wurde Davis von der franzĂśsischen Regierung zum Mitglied der Ehrenlegion fĂźr ihre Verdienste fĂźr den Film ernannt, im gleichen Jahr erhielt sie auch den Kennedy-Preis. In Davisâ letztem Lebensjahr folgten die Verleihung des Life Achievement Award der American Cinema Awards und des Donostia Lifetime Achievement Award auf dem San SebastiĂĄn International Film Festival.cite-ref-113[113]
Bette Davis hat zwei Sterne auf dem Hollywood Walk of Fame inne (6225 Hollywood Blvd. und 6233 Hollywood Blvd.). 1999 wählte sie das American Film Institute auf Platz zwei der 25 grĂśĂten Hollywood-Schauspielerinnen des 20. Jahrhunderts, hinter Katharine Hepburn.
Der United States Postal Service ehrte Davis 2008, anlässlich ihres 100. Geburtstags mit einer Sondermarke. Die Marke zeigt ein Bild von Davis in ihrer Rolle als Margo Channing aus Alles ßber Eva.
Literatur
Autobiografien
⢠Bette Davis: The Lonely Life: An Autobiography. G. P. Putnamâs Sons, New York 1962.
⢠Bette Davis, Michael Herskowitz: This ân That. G. P. Putnamâs Sons, New York 1987, ISBN 0-399-13246-5.
Biografien
⢠Roger Baker: Bette Davis. A Tribute 1908â1989. Gallery Books, 1990, ISBN 0-8317-0800-X (Gebundene Ausgabe).
⢠Charlotte Chandler: Bette Davis. Die persÜnliche Biografie. LangenMßller, Mßnchen 2008, ISBN 978-3-7844-3137-6.
⢠Charlotte Chandler: The Girl Who Walked Home Alone. Bette Davis, a Personal Biography. Simon & Schuster, 2006, ISBN 0-7432-6208-5 (Gebundene Ausgabe).
⢠Shaun Considine: Bette and Joan: The Divine Feud. (Gebundene Ausgabe) E P Dutton 1989 / (Taschenbuch) iUniverse.com 2000 und Time Warner Paperbacks 2004, ISBN 0-7515-4187-7.
⢠Boze Hadleigh: Bette Davis Speaks. Barricade Books, 2005, ISBN 0-7862-0835-X (Taschenbuch).
⢠B. D. Hyman: My Motherâs Keeper. William Morrow & Co, 1987, ISBN 0-688-04798-X (Gebundene Ausgabe).
⢠Barbara Leaming: Bette Davis. A Biography. Cooper Square Press, 2003, ISBN 0-8154-1286-X (Taschenbuch).
⢠Roy Moseley: Bette Davis: An Intimate Memoir. Donald I Fine, 1990, ISBN 1-55611-218-1 (Gebundene Ausgabe).
⢠Laura Moser: Bette Davis (Life & Times). Haus Publishing, 2005, ISBN 1-904341-48-9 (Taschenbuch).
⢠Christopher Nickens: Bette Davis. Columbus Books, 1985, ISBN 0-86287-256-1 (Taschenbuch).
⢠Lawrence J. Quirk: The Passionate Life of Bette Davis. Robson Books, 1990, ISBN 0-688-08427-3 (Gebundene Ausgabe).
⢠Randall Riese: All About Bette. Her Life from AâZ. Contemporary Books, 1993, ISBN 0-8092-4111-0 (Gebundene Ausgabe).
⢠Jeffrey Robinson: Bette Davis. Her Film and Stage Career. The Definitive Study of Her Film Career. Proteus Publishing Company, 1985, ISBN 0-86276-022-4 (Taschenbuch).
⢠Ed Sikov: Dark Victory. The Life of Bette Davis. Henry Holt & Company, 2007, ISBN 978-0-8050-8863-2 (Taschenbuch).
⢠James Spada: Bette Davis. More Than a Woman. Time Warner Paperbacks, 2005, ISBN 0-7515-0940-X (Taschenbuch).
⢠Richard Steins, Gene Brown. Bette Davis: Film Star. Blackbirch Press, 1990, ISBN 1-56711-028-2.
⢠Whitney Stine: No Guts, No Glory. Conversations with Bette Davis. Virgin Books 1990, ISBN 1-85227-343-7 (Gebundene Ausgabe).
⢠Whitney Stine: Iâd Love to Kiss You. Conversations With Bette Davis. Pocket Books 1990, ISBN 0-671-61152-6 (Gebundene Ausgabe).
⢠Jerry Vermilye: Bette Davis. Ihre Filme, ihr Leben. 2., ßberarbeitete Auflabe. Heyne Verlag 1988 (Broschiert).
⢠Alexander Walker: Bette Davis. A Celebration. Applause Books 1998, ISBN 1-55783-337-0 (Applause Legends, Taschenbuch).
Filmdokumentationen
⢠The American Film Institute Salute to Bette Davis. Fernsehdokumentation, USA 1977, 90 Minuten
⢠Bette Davis â Ein im Grunde gutartiger Vulkan (Originaltitel: Bette Davis â A Basically Benevolent Volcano). Fernsehdokumentation, GBR/USA 1983, 60 Minuten
⢠All About Bette. Fernsehdokumentation von Susan F. Walker und David Ansen, USA 1994, 48 Minuten
⢠Bette Davis: GrĂśĂer als das Leben. Fernsehdokumentation von Sabine Carbon, Deutschland 2017, 52 Minuten
Weblinks
Commons
: Bette Davis
â Album mit Bildern
Wikiquote: Bette Davis
â Zitate
⢠Literatur von und ßber Bette Davis im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
⢠Bette Davis bei IMDb
⢠Bette Davisâs Official Website (englisch).
⢠Bette Davis. In: FemBio. Frauen-Biographieforschung (mit Literaturangaben und Zitaten).
⢠Biografie. (Memento vom 30. März 2016 im Internet Archive) film-zeit.de
Einzelnachweise
cite-note-11. â Sikov: Dark Victory: The Life of Bette Davis. 2007, S. 14â15.
cite-note-22. â Chandler: Bette Davis â Die persĂśnliche Biografie. 2008, S. 42.
cite-note-33. â Chandler: Bette Davis â Die persĂśnliche Biografie. 2008, S. 44.
cite-note-44. â Spada: More Than A Woman. 1993, S. 19.
cite-note-55. â Chandler: Bette Davis â Die persĂśnliche Biografie. 2008, S. 48.
cite-note-66. â Chandler: Bette Davis â Die persĂśnliche Biografie. 2008, S. 51â52.
cite-note-77. â Chandler: Bette Davis â Die persĂśnliche Biografie. 2008, S. 54â55.
cite-note-88. â Chandler: Bette Davis â Die persĂśnliche Biografie. 2008, S. 56â57.
cite-note-99. â Chandler: Bette Davis â Die persĂśnliche Biografie. 2008, S. 59.
cite-note-1010. â Chandler: Bette Davis â Die persĂśnliche Biografie. 2008, S. 67â68.
cite-note-1111. â Chandler: Bette Davis â Die persĂśnliche Biografie. 2008, S. 69â70.
cite-note-1212. â Chandler: Bette Davis â Die persĂśnliche Biografie. 2008, S. 73.
cite-note-1313. â Chandler: Bette Davis â Die persĂśnliche Biografie. 2008, S. 75.
cite-note-1414. â Chandler: Bette Davis â Die persĂśnliche Biografie. 2008, S. 77.
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cite-note-1616. â Chandler: Bette Davis â Die persĂśnliche Biografie. 2008, S. 84.
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cite-note-3737. â Scott OâBrien: Kay Francis: I Canât Wait to Be Forgotten. Her Life on Stage and Film. BearManor Media, 2006, S. 136 ff. Lynn Kear, John Rossman: Kay Francis: A Passionate Life and Career. McFarland, 2006, Kapitel 10 ff.
cite-note-3838. â Chandler: Bette Davis â Die persĂśnliche Biografie. 2008, S. 160â161.
cite-note-3939. â Haver: David O. Selznickâs Hollywood. 1980, S. 243.
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cite-note-4141. â Chandler: Bette Davis â Die persĂśnliche Biografie. 2008, S. 173â174.
cite-note-4242. â Ringgold: The Films of Bette Davis. 1966, S. 105.
cite-note-4343. â Chandler: Bette Davis â Die persĂśnliche Biografie. 2008, S. 190â194.
cite-note-4444. â Spada: More Than A Woman. 1993, S. 248â250.
cite-note-4545. â Spada: More Than A Woman. 1993, S. 262â263.
cite-note-4646. â Spada: More Than A Woman. 1993, S. 268.
cite-note-4747. â Chandler: Bette Davis â Die persĂśnliche Biografie. 2008, S. 207â208.
cite-note-4848. â Bette Davis Zitat (Homepage). Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂźgbar) am 14. Oktober 2013; abgerufen am 11. Dezember 2013.
cite-note-4949. â Vermilye: Bette Davis. Ihre Filme, ihr Leben. 1988, S. 103â104; Ringgold: The Films of Bette Davis. 1966, S. 120.
cite-note-5050. â Watch on the Rhine in der englischsprachigen Wikipedia
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cite-note-5353. â Spada: More Than A Woman. 1993, S. 287â288.
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cite-note-5656. â Chandler: Bette Davis â Die persĂśnliche Biografie. 2008, S. 223.
cite-note-5757. â Vermilye: Bette Davis. Ihre Filme, ihr Leben. 1988, S. 118.
cite-note-5858. â Spada: More Than a Woman. 1993, S. 339â340; mit interessanten Vergleichen zum Abschneiden der Filme von B. Davis an der Kinokasse im Vergleich zu G. Garson. greenbriarpictureshows.blogspot.com
cite-note-5959. â Spada: More Than a Woman. 1993, S. 341.
cite-note-6060. â Considine: Bette and Joan: The Divine Feud. 2000, S. 225.
cite-note-6161. â Stine: Mother Goddam: The Story of the Career of Bette Davis. 1974, S. 197.
cite-note-6262. â Spada: More Than a Woman. 1993, S. 351â353, greenbriarpictureshows.blogspot.com
cite-note-6363. â Considine: Bette and Joan: The Divine Feud. 1989, S. 228.
cite-note-6464. â Schickel: You Must Remember This â Die Warner Bros. Story. 2008, S. 184â187.
cite-note-6565. â Thomas Schatz: Boom and Bust-American Cinema in the 1940s. 1997; zu den umfangreichen Ănderungen im Publikumsgeschmack unmittelbar nach dem Krieg, mit besonderer Erwähnung von B. Davis ab S. 354. Der Autor stellt eine interessante Parallele zwischen Garson und Davis her, die beide nach 1945 rapide an Popularität verloren.
cite-note-6666. â Chandler: Bette Davis â Die persĂśnliche Biografie. 2008, S. 228.
cite-note-6767. â Ringgold: The Films of Bette Davis. 1966, S. 143.
cite-note-6868. â Chandler: Bette Davis â Die persĂśnliche Biografie. 2008, S. 232â235.
cite-note-6969. â Staggs: All About âAll About Eveâ. 2000, S. 80.
cite-note-7070. â Chandler: Bette Davis â Die persĂśnliche Biografie. 2008, S. 251â252.
cite-note-7171. â Chandler: Bette Davis â Die persĂśnliche Biografie. 2008, S. 261.
cite-note-7272. â Carr: More Fabulous Faces: The Evolution and Metamorphosis of Bette Davis, Katharine Hepburn, Dolores del Rio, Carole Lombard and Myrna Loy. 1979, S. 193.
cite-note-7373. â Chandler: Bette Davis â Die persĂśnliche Biografie. 2008, S. 260â264 sowie S. 271â273.
cite-note-7474. â Spada: More Than a Woman. 1993, S. 456.
cite-note-7575. â Chandler: Bette Davis â Die persĂśnliche Biografie. 2008, S. 284â286.
cite-note-7676. â Chandler: Bette Davis â Die persĂśnliche Biografie. 2008, S. 290â291.
cite-note-7777. â Chandler: Bette Davis â Die persĂśnliche Biografie. 2008, S. 293.
cite-note-7878. â Chandler: Bette Davis â Die persĂśnliche Biografie. 2008, S. 294â295.
cite-note-7979. â Spada: More Than a Woman. 1993, S. 531â533.
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